Steuern senken in Deutschland 2026: So schützen Sie Ihr Unternehmen vor neuen Steuererhöhungen
Die steuerliche Landschaft in Deutschland verändert sich grundlegend. Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der den Mindesthebesatz der Gewerbesteuer von 200 Prozent auf 280 Prozent anhebt. Diese Maßnahme wird erstmals für den Erhebungszeitraum 2027 gelten – sofern Bundestag und Bundesrat zustimmen. Für viele Unternehmen bedeutet das eine spürbare Mehrbelastung.
Was bedeutet die geplante Gewerbesteuererhöhung konkret?
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil begründet die Anhebung damit, dass verhindert werden soll, dass Unternehmen ihren Sitz nur zum Schein in Gemeinden mit besonders niedrigem Hebesatz verlegen. Die Intention ist klar: Gestaltungen über Niedrighebesatz-Kommunen sollen eingedämmt werden.
Die Anhebung des Mindesthebesatzes um 40 Prozentpunkte stellt keine Entlastung dar, sondern eine deutliche Mehrbelastung für Unternehmen in Kommunen mit bisher niedrigen Hebesätzen.
Interessanterweise bleibt die Diskussion um einen Höchsthebesatz aus. Aktuell zahlen identische Unternehmen je nach Standort deutlich unterschiedliche Gewerbesteuern. Während niedrige Hebesätze nun angehoben werden, bleiben hohe Hebesätze unberührt. Das Ergebnis: Die Schere wird nicht geschlossen, sondern nur einseitig verengt.
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Wie können wir Steuern senken in Deutschland – trotz steigender Belastungen?
Wir haben verschiedene Strategien identifiziert, mit denen Unternehmen ihre Steuerlast optimieren können, ohne in rechtliche Grauzonen vorzustoßen:
Rechtsformwahl strategisch überdenken
Die Wahl der richtigen Rechtsform beeinflusst maßgeblich Ihre Abgabenlast. Eine GmbH unterliegt der Gewerbesteuer, während Freiberufler davon befreit sind. Die Kombination verschiedener Rechtsformen innerhalb einer Unternehmensstruktur kann steuerliche Vorteile bieten.
Betriebsausgaben vollständig nutzen
Viele Unternehmer schöpfen ihre Möglichkeiten bei Betriebsausgaben nicht aus. Folgende Posten sollten Sie in Ihrer Steuererklärung berücksichtigen:
- Fortbildungskosten und Fachliteratur
- Arbeitszimmer und Homeoffice-Pauschale
- Bewirtungskosten und Geschäftsreisen
- Digitalisierungsmaßnahmen und Software-Lizenzen
- Beratungskosten für Steuerberater und Rechtsanwälte
Investitionsabzugsbeträge strategisch einsetzen
Der Investitionsabzugsbetrag ermöglicht es, bis zu 50 Prozent der geplanten Anschaffungskosten für bewegliche Wirtschaftsgüter bereits vor der Anschaffung gewinnmindernd geltend zu machen. Diese Gestaltung verschiebt Steuerlast in spätere Jahre und verbessert die Liquidität.
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Häufige Fragen zur Steueroptimierung
Wann tritt die neue Gewerbesteuerregelung in Kraft?
Die Anhebung soll erstmals für den Erhebungszeitraum 2027 gelten. Bis dahin müssen noch Bundestag und Bundesrat zustimmen. Es handelt sich derzeit um einen Kabinettsbeschluss, noch nicht um geltendes Recht.
Betrifft die Erhöhung alle Unternehmen gleich?
Nein. Die Erhöhung betrifft hauptsächlich Unternehmen in Gemeinden mit bisher niedrigen Hebesätzen. Unternehmen in Kommunen mit bereits hohen Hebesätzen spüren keine direkte Veränderung durch diese Maßnahme.
Lohnt sich ein Standortwechsel noch?
Die Unterschiede zwischen Kommunen werden geringer, bleiben aber bestehen. Ein Standortwechsel sollte nie ausschließlich aus steuerlichen Gründen erfolgen, sondern auch betriebswirtschaftliche Faktoren wie Infrastruktur, Fachkräfteverfügbarkeit und Kundennähe berücksichtigen.
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Proaktiv handeln statt reaktiv zahlen
Wir beobachten, dass erfolgreiche Unternehmer nicht auf neue Belastungen warten, sondern ihre Steuerstruktur kontinuierlich optimieren. Das Finanzamt prüft Ihre Steuererklärung auf Vollständigkeit und Rechtmäßigkeit – es ist aber nicht seine Aufgabe, Ihnen Steuervorteile aufzuzeigen.
Übrigens: Die Zusammenarbeit mit spezialisierten Steuerberatern zahlt sich häufig bereits im ersten Jahr durch eingesparte Abgaben aus. Die Beratungskosten sind dabei vollständig als Betriebsausgaben absetzbar.
Zusammenfassung: Ihre nächsten Schritte
Die geplante Anhebung des Gewerbesteuer-Mindesthebesatzes zeigt deutlich: Der Gesetzgeber erhöht die Belastungen, nicht die Entlastungen. Wir empfehlen Ihnen folgende Maßnahmen:
- Prüfen Sie Ihre aktuelle Steuerstruktur auf Optimierungspotenziale
- Dokumentieren Sie alle Betriebsausgaben lückenlos
- Nutzen Sie Gestaltungsspielräume wie Investitionsabzugsbeträge
- Holen Sie sich professionelle Beratung, bevor die neuen Regelungen greifen
Steuern senken in Deutschland wird nicht einfacher – aber mit der richtigen Strategie bleiben Sie handlungsfähig und schützen Ihr Unternehmen vor unnötigen Mehrbelastungen.


